Donnerstag, 29. September 2011

Was bisher geschah...

Die ersten zwei Wochen im Labor sind nu fast rum und es wird ma wieder Zeit, dass ich was poste. In der ersten Woche hat La Plata den Frühlingsanfang gefeiert. An dem Tag wurde nur sehr wenig gearbeitet. Mittags trafen sich alle vom Institut draußen auf der Wiese, wo es lecker gegrillte Burger und Chorizo gab.

Im Labor herrscht ein sehr schönes Klima, alle sind voll nett und es wird doch öfter über Gott und die Welt gequatscht, als gearbeitet. Die Arbeitszeit beginnt für mich angenehmerweise erst ab um 9 und endet zwischen 16 und 18 Uhr, je nach dem was grad ansteht. Jime, eine aus dem Labor, hat mir freundlicherweise ihr Fahrrad für die Zeit wo ich hier bin ausgeliehen. Jedoch musste ich schon am ersten Tag feststellen, dass sich hier niemand an die Verkahrsregeln hält und ma als Radfahrer nix zu melden hat. Dennoch habe ich inzwischen gelernt, mit der Situation umzugehen und fahre jeden Tag auf Arbeit.
Ich denke allen dürfte klar sein, dass der Laborstandard hier sichtlich unter dem von Europa und Deutschland liegt. Bestellungen dauern statt 2 Wochen schonmal 3 Monate, bis sie ankommen. Aber hier wird eben mehr improvisiert und mit viel Kreativität wird aus einem Holzschrank mit Glastüren, ein Brutschrank für die Kultivierung bei 37°C für Bordetella spec. gebastelt (inclusive standheitzer, Ventilator, Steckdosen, Luftanschluss und Thermometer).
Einfach genial und so simpel. Viele Geräte sind zwar alt, aber dennoch voll funktionstüchtig. Im Labor arbeiten mehr als 10 Leute, zwar nicht zur selben Zeit, aber es ist immer was los. Mein Thema wird die generelle Kultivierung und Analyse von Biofilmen sein. Dazu gibt es hier mehrere Methoden der Kultivierung und zur Analyse verschiedenste Mikroskope und Geräte, damit Aussehen und chemische Zusammensetzung genauestens untersucht werden können. Um a bissel in die Materie reizukommen, mache ich seit Beginn erstma überall mit, um mich einzuarbeiten und alles kennen zu lernen. Ich finds echt voll interessant und freu mich schon, wenn ich endlich allein loslegen kann.

Mittags werden Empanadas, Tartas oder Salate vom Stand um die Ecke geholt. Das is so genial, weil es fast nix kostet und mega lecker schmeckt. Da wird ma schonma kochfaul. Ich vermisse aber jetz schon das gute Schwarzbrot aus Deutschland. Nachdem ich hier auch jede "Panaderia" abgeklappert habe, bin ich davon überzeugt, dass es das hier NICHT gibt. Dafür gibts hier süße Leckereien noch und nöcher. Das beste Brot hier habe ich in Buenos Aires bei der Bäckerei "Hausbrot" gefunden. Da wir dieses WE nach Buenos Aires fahren, werde ich mir dort erstmal einen Vorrat am Brot kaufen. Da meine Wohnung keinen Toaster und keinen Wasserkocher hat, wird das Brot eben in der Pfanne getoastet und das Wasser für den morgentlichen Kaffe im Topf erwärmt. Ich musste schon lernen, dass das Wasser hier einen sehr hohen Kalk- und Chlorgehalt hat. Sobald es anfängt zu sprudeln, also heißer als 70°C wird, schmecken Kaffee und Tee voll bitter und verbrannt. Ich mach mir aber keine Platte das Wasser zu trinken wenn es noch ni abgekocht ist, das der hohe Gehalt an Chlor hier sein übriges tut und eh schon alles abgetötet hat.

An den Wochenden machen die Leute aus dem Labor immer was zusammen. Letztes WE waren wir in der "Republica de los ninos", eine Miniaturstadt. Da haben wir den Nachmittag verbracht mit essen, inlineskaten, die Sonne genießen, Mate trinken und quatschen. Am Sonntag waren wir zum Essen bei ner Arbeitskollegin eingeladen. War echt schön und mega lecker.
 Meine Kollegen aus dem Labor. Alles angehende Postdocs.
 Hauptstraße der "Republica de los ninos"



So, das wars erstma für heute. Ich lass bald wieder von mir hören. Bis dahin, eure Katl

Sonntag, 18. September 2011

Welcome to La Plata

Am 17.09.11 war es endlich so weit und ich kam nach La Plata. Das ist die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires und der Ort, an dem ich meine 18 Wochen Praxissemester verbringen werde. Das hieß natürlich auch Abschied nehmen von all den lieben Leuten aus der Schule und von meiner Gastfamilie, die mir sehr ans Herz gewachsen ist.
Kurz nach Mittag wurde ich von Alejandra und Osvaldo abgeholt (die zwei sind vom CINDEFI, also dem Institut an der Nationalen Universität von La Plata und mit denen werde ich zusammen arbeiten). In Buenos Aires sind wir im "Cafe Tortoni" (einem historischen Tangocafe) noch was essen gewesen und haben uns dabei näher kennen gelernt. Danach gings die ca 60 km nach La Plata. Die Beiden haben mir die Stadt gezeigt und mich dann zu meinem Apartment gebracht. Nach einer kurzen Inspektion und der Schlüsselübergabe sind wir noch fix einkaufen gefahren. Ich bin echt überwältigt wie lieb die zwei sich um mich kümmern und mir helfen. Auch meine Vermiterin Aurora ist voll nett und hilfsbereit.
Nunja, zugegeben, meine Bleibe ist in einem Hinterhof mit nettem Blick auf eine Betonmauer und parkende Autos ist für meinen Geschmack etwas klein gehalten, aber dennoch ausreichend weil ich ja alles drinne hab. Herd, Ofen, Warmwasser und Heizung läuft alles über Gas. Also muss ich doch a bissel aufpassen, dass immer alles zugedreht ist. Die Umgebung hier ist sicher und wann immer etwas ist, kann ich mich an Aurora wenden, die gleich vorne im Haus wohnt. Bäcker, Supermarkt und Waschsalon sind auch nur ein bis zwei Blocks entfernt.

Esstisch und Bett. Das Fenster ist von Außen vergittert.
So sieht also meine Bleibe von Innen aus. Hinter der Küchenzeile befindet sich noch das Bad. Die Tür dazu ist rechts neben dem Ofen. Das Bild zeigt auch die Breite ganz guddi, nämlich genau vom einen Bildrand bis zum anderen. Was aber nicht heißen soll, dass ich es ni mag. Ich brauch nur etwas Zeit, um mich an den eingesparten Plazu zu gewöhnen. Links neben der Lampe ist die "Haustür".

Heute bin ich mal durch die Straßen gestreift und kann nur sagen, dass es mir hier richtig gefällt. Viel Grün überall, weniger Verkehr, viele junge Leute und Studenten, die durch die Straßen laufen und ja... ich mag es hier!
 Die wunderschöne Kathedrale von La Plata.
 Aus diesem Grund mag ich es einfach wahllos durch die Straßen zu laufen. Man weiß nie, was einen hinter der nächsten Ecke erwartet. N Hund, der am Fenster chillt. Einfach göttlich!
 Einer der vielen Parks in der Stadt.

Das war Buenos Aires

Ich muss gestehen, dass die letzten Tage vergingen wie im Flug. Buenos Aires hat echt so viel zu bieten, dass weit mehr als zwei Wochen nötig sind um alles mitzunehmen. Mein Spanisch hat sich inzwischen verbessert, sodass ich mit Händen und Füßen verstanden werde und mich ausdrücken kann. Da ich aber immer zu sehr viel Text neige, kommen jetz erstma ein paar Bilder. Auch für die, dich nicht bei Facebook sind.
 Die Polizei (911) fährt vorbildlicherweise mit Elektroautos rum
 Der historische Friedhof in Recoletta. Mitten in der Stadt, aber ein sehenswerter Platz.
 Auf dieser Straße gehen 12 Spuren in die eine und 12 in die andere Richtung. Da braucht man schon zwei volle Ampelphasen bis rüber.
 Dieses Bild beschreibt Buenos Aires sehr gut. Die Luft is voll von Abgasen.
 Brücke am Puerto Madero.
 Der Obelisk von Buenos Aires auf der Avenida 9 de Julio.
 Wer denkt, dass die Jugs in Australien schon groß sind, sollte sich mal diese 3,5 Liter Bierkrüge in den Pubs in Buenos Aires angucken.
 Im Hintergrund die Casa Rosada (wird nachts lila angestrahlt).
 Nuja, Schüler müssen auch mal raus und Fußball gucken.
 Meine Klasse mit Lehrerin Rosario. Zu Viert hat man echt ein sehr gutes Lernklima.
Meine Gasteltern Maria y Miguel. Bei meinem nächsten Besuch in Buenos Aires wird es ein Wiedersehen geben.

Abschließend kann ich nur sagen, dass Buenos Aires eine Millionenmetropole ist, die niemals schläft. Für zwei Wochen Holiday ist es absolut zu empfehlen. Dauerhaft wohnen kann ich mir nicht vorstellen. Zu viel Verkehr und Morgens liegen die Gehwege voller Hundedreck. Ich freu mich schon sehr auf La Plata.

Montag, 5. September 2011

Der erste Tag

Heute hatte ich meinen ersten Tag in der Sprachschule. Für mich heißt das immer einen Fußmarsch von 25 min bis hin. Der Unterricht geht von 9:30 bis 13:30, danach hab ich Freizeit. Wir sind in kleinen Gruppen von 3 bis 5 Personen eingeteilt, also hat jeder genügend Zeit sich in Sprache und Ausdruck zu üben. Die Lehrer sind auch sehr geduldig. Ich habe zwar gemerkt, dass von meinem Schulspanisch noch einiges hängen geblieben ist, aber auch dass ich noch sehr viel lernen muss. Die Gespräche mit meinen Gasteltern werden jedes Mal besser. In der Sprachschule selbst treffen verschiedenste Nationen aufeinander (Australien, Brasilien, Deutschland, Holland, Polen …). Nach dem Unterricht bin ich heute mal ein wenig durch die Stadt gestreift. Auch meinen ersten Einkauf habe ich mit Bravur gemeistert. Buenos Aires ist eine mega große Stadt mit vielen Kontrasten. Die Straßen sind staubig und voll mit Autos. Als Fußgänger muss man echt aufpassen, dass die einen nicht überfahren. Es gibt noch sehr viele alte typische „Ami-Schlitten“ die immernoch gefahren werden. Das sieht und hört man. Fast jedes Auto hat vorne und hinten ziemlich viele Kratzer und Beulen. Das kommt vom Parken. Wenn die Lücke zu klein ist oder man bis zur Stoßstange eingeparkt ist, hilft nur den anderen wegzuschieben. Damit die Stadt wohl nicht so zugebaut wirkt, haben die Einwohner auf jeden Balkon etliche Pflanzen gestellt. Auch jede kleinste freie Fläche wurde in einen kleinen Blumentopf umgewandelt. So baut sich jeder seinen eigenen Quadratmeter grün zwischen Granit und Beton. Dennoch sind die Leute sehr fröhlich, treiben Sport und sind ebenso wie die Australier dem Kaffee-Rausch verfallen.

Flug und Ankunft in Buenos Aires


Nachdem ich von meiner Mutter, meiner Schwester und meinem Freund nach Berlin Tegel gebracht wurde, startete meine Reise nach einem langen und schweren Abschied. Mit British Airways gings über London Heathrow nach Buenos Aires. Die Flüge verliefen ruhig und ohne Verspätung. Sogar das Essen an Board war gut. Gelandet bin ich dann also am Sonntag 7:30 Uhr bei nass-kühlem Wetter. Am Flughafen musste ich mich erstmal mit einer langen Warteschlange am Einreiseschalter rumplagen. Als das geschafft war und mein Gepäck auch ankam, musste ich nur noch nach jemandem Ausschau halten, der ein Schild mit meinem Namen drauf hoch hielt. Naja, ma davon abgesehen, dass da über fünfzig solcher Leute Namenszettel hoch hielten… Ich bin dann von Jorge ins 40 km entfernte Zentrum von Buenos Aires gefahren worden. Wir fuhren auch kurz an meiner Sprachschule vorbei. Meine Unterkunft liegt ca 15 Blocks davon entfernt. Also eigentlich muss ich da nur eine Straße entlang laufen und dann kurz rechts und dann bin ich schon da. Mit der Unterkunft hab ich es wohl auch nicht so schlecht getroffen. Die ham ne mega große Wohnung, voll chillig eingerichtet (bissel altmodisch, aber Style ist vorhanden). Klei um die Ecke hab ich ne Bank und n Shoppingcenter. Burger King, Mc Donalds und Starbucks sind auch nur einen Katzensprung entfernt. Find ich ja ma klasse! Gegen drei gab es dann was zu essen. Miguel war einkaufen und brachte typische Speisen dieser nördlichen Region mit: als Vorspeise eine dickflüssige helle Suppe mit Kidneybohnen, Sojabohnen, Schweine- oder Rindfleischstückchen und „Chorizo“-Scheiben( eine scharfe Salami). Hauptgang waren gefüllte Blätterteigtaschen mit Fleisch oder Schinken und Käse, welche kurz in der Mikrowelle aufgewärmt und zusammen mit einer scharfen Salsa verspeist wurden. Nachtisch bildete „Dulche“. Das ist eine dunkelbraun, leicht wabbelige Süßkartoffelspeise. Dazu gabs eine Scheibe süßen Käse (keine Ahnung, was sich bei uns Käse schimpft und trotzdem so süß wie Schlagsahne ist). Wer jetzt denkt, dass das nix mit Dessert zu tun hat, irrt sich genauso wie ich mich auch. Der oder die oder das“ Dulche“ schmeckt nämlich zusammen mit dem Käse voll lecker und ist nicht ganz so süß. Also ganz leckeres Essen! Danach war ich einfach nur noch platt vom Flug und hab mich nur noch hin gelegt. Mit Spannung erwarte ich nun die kommenden Tage.