Montag, 24. Oktober 2011

Kurze Zwischenmeldung

In letzter Zeit hatte ich im Labor gut zu tun. Einiges lief gut, anderes eher ni. Aus diesem Grund war es auch notwendig, dass ich am Wochenende für paar Stunden im Labor war. Manche Versuche kennen halt keine Sams- und Sonntage. 

Die Woche hatte auch einige interessante Aspekte, da auf draußen stehenden Autos, Fahrrädern und Tischen eine graue Staubschicht zu sehen war. Das is die Asche von dem chilenischen Vulkan „Puyehue-Cordón Caulle“, der immernoch munter vor sich hin spuckt. Die letzte Aktivität war am 17.10.11 aufgetreten. Daraufhin wurden erstmal in weiten Teilen die Flüge gestrichen (jedoch nur für den einen Tag). Wenn der Wind gut steht, kommt dann die ganze Asche zu uns rüber nach Argentinien und setzt sich hier ab. Das war letztes Wochenende gut spürbar. Als ich meine Wohnung verlassen habe, kam es mir so vor wie Nebel, nur dass alles trocken war in dem weißen Dunst. Fast schon a bissel unheimlich, da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, was das war.

Des Weiteren hat Argentinien gestern seine neue Regierung gewählt. Resultat war eine Wiederwahl der bereits bestehenden Führung. Ich meine, dass hier einige Dinge anders sind als bei uns in Europa is mir schon klar und wundert mich auch nichtmehr so sehr, aber dass aufgrund der Wahl am Samstagabend die Clubs und Pubs geschlossen sind oder Auflagen was die Alkoholausgabe angeht einhalten müssen war für mich neu. Damit will die Regierung sicher stellen, dass niemand am Sonntag betrunken oder mit nem Hangover seine Stimme abgibt. Bei Nichterscheinen wird ne geringe Geldbuße verhängt. Klingt ma wieder komisch, is aber so. 

Bis demnächst, eure Katl

Samstag, 15. Oktober 2011

Die Arbeit beginnt

Ich kann endlich mit Stolz und Freude berichten, dass es im Labor voran geht. Weil ich in den ersten drei Wochen im Prinzip ni wirklich viel gemacht hab/ machen konnte, da ich nur a bissel eigearbeitet wurde, habe ich diesen Wechsel schon sehr ungeduldig erwartet. Hauptsächlich arbeite ich jetz mit Pablo zusammen, mit dessen Hilfe wir einige klinische Isolate von Burkholderia spec. für mich raus suchen und die zuallererst per Konjugation oder Elektroporation mit GFP versehen. Die Isolate kommen  aus dem ausgehusteten Schleim von argentinischen Patienten, die an Keuchhuste oder Mucuviscidose in akuter oder chronischer Weise erkrankt sind. Wenn das dann geklappt hat, dass die Tierchen brav GFP produzieren, geht’s erst richtig los mit Biofilmwachstum und dessen nachfolgender Untersuchung von Aufbau und chemischer Zusammensetzung per Fluoreszenzmikroskop, CLSM (confocal-laser-scanning-microscop) und FTIR (fourier-transform-infrared-spectroscopy). Es wird also sehr spannend werden, sehr viel Neues sein und viel Zeit in Anspruch nehmen.
Da Pablo immer sehr viel zu tun hat und mich ni ständig „beaufsichtigen“ kann, lerne ich kleine Ding wie Miniprep, Biomasseproduktion im "column" oder die Konjugation mit Hilfe von Nati, Laura oder Claudia (die sind auch in der Arbeitsgruppe). Alejandra und Osvaldo, die „Köpfe“ der Gruppe, erklären mir hin und wieder generelle Grundlagen und komplexe Abläufe. Die kümmern sich echt mega lieb um mich und erklären auch viele Hintergründe zum Thema. Generell spreche ich hier nur noch mit einigen in Englisch, speziell wenns ums Erklären gewisser Abläufe zum ersten Mal geht. Da alle anderen aber wissen, dass ich Spanisch verstehe, wird da natürlich gnadenlos Spanisch gesprochen. Manchmal "confusing", aber dennoch die effektivste Lernmethode für mich. Wenn ich Medien oder Agarplatten brauche, muss ich Julio bescheid sagen und der spricht zum Beispiel nur Spanisch. Dann kommt es auch mal vor, dass ich die ersten Worte in Deutsch oder Englisch schon ni mehr auf Anhieb weiß. Die Folge davon ist dann "Spanglisch". Mir machts Spaß! Und natürlich kommt generelles Quatschen und Mate trinken im Laboralltag nicht zu kurz :-)
 Yerba Mate, Mate aus Holz, Bombilla und heißes Wasser in der Thermuskanne. Mehr benötigt man für einen guten Mate nicht. Jetzt wird nur noch die ideale Zubereitung perfektioniert.

Letzte Woche gab es auch solche Vorkommen, dass öfter mal das Wasser weg war. Nati meinte auch, dass es im Sommer passiert, dass sogar der Strom weg ist. Da es hier keine Notstromaggregate gibt, werden dann die  elektrischen Geräte ni mehr versorgt, was wiederum fatale Folgen beispielsweise für die kryokonservierten Proben bei -80°C hat. Wollen wir hoffen, dass ich das ni erleben muss. 

Das Wetter ist zur Zeit jeden Tag anders. Von strahlendem Sonnenschein über starken Wind bis Regen is alles dabei. Macht sich natürlich mit Fahrrad und Laptop im Rucksack immer besonders schön, vor allem da ma nix vorhersehen kann.
Darf ich vorstellen... mein Pedalenmerzedes. Läuft super, ist straßentauglich, klappert a bissel aber bringt mich schnell überall hin.

Heute war ich bei dem schönen Wetter im Zoo. Der is ja klei gegenüber vom CINDEFI. Ich hab das erste Mal in meinem Leben ein Hippopotamus live und in Farbe gesehen. Ich fand das sehr beeindruckend. Ansonsten ham die dort von diversen Affenarten über Raubkatzen, Vögel und frei rumflitzenden Wasserratten (voll knuffig) bis hin zu typisch argentinischen Tieren aus dem Hochland, vieles vertreten. Der eine Elefant, den se da hatten, tat mir a bissel leid. Trotzdem war das Alles für nur 5 Pesos (0,83 €) ne tolle Sache.


 Wer ni laufen will, dreht eben ne Runde mit dem Minizug durch den Zoo.
 Fast 30°C und son mega Pelz aufm Buckel. Da hätt ich auch keinen Bock mich viel zu bewegen.
 Auch ein idealer Platz zum Sonnenbaden für den kleinen Seehund.
 Hippopoptamus...
 ...in seinem Pool.

Ich werde mich natürlich bemühen, bald wieder von mir hören zu lassen. Eure Katl

Samstag, 1. Oktober 2011

Endlich richtiges Brot

Wir waren heute mal kurz für ein paar Stunden in Buenos Aires zum Shoppen. Für die anderen gabs Klamotten und für mich... nunja, lest selbst...

Dank meiner Gastfamilie wusste ich, dass es bei der Bäckerei namens "Hausbrot" ordentliches Brot gibt, was ich selbst auch schon gegessen habe. Leider ist das der einzige Ort hier, den ich kenne. Zuvor habe ich in La Plata ungelogen jede Panaderia abgeklappert und nach Schwarzbrot gefragt. Alejandra, meine Cheffin hat sogar noch rumtelefoniert, aber Alles ohne Erfolg. Ich hab aber auch keine Lust, die ganze Zeit Toastbrot zu essen. Das ist für mich einfach keine Nahrungsgrundlage.
Im Internet hab ich rausgefunden, wo die Panaderia in Buenos Aires ist und so haben wir auf dem Heimweg dort angehalten und das Regal für mich "leer" gekauft. Voll bepackt und Glücklich bin ich dann zurück nach La Plata gefahren. Das Resultat könnt ihr hier sehen.

Feinstes "Pan fermento natural de centeno", was soviel wie Sauerteigbrot mit Roggen bedeutet. Einfach nur göttlich!!! Glücklicherweise hab ich n Tiefkühlfach, sodass sich das Brot hier auch ne Weile hält.

Ich lass es mir jetz erstma richtig schmecken. Ma sehn wann ich wieder nach Buenos Aires zum Shoppen fahren muss. Bis neulich, eure Katl