Ich kann endlich mit Stolz und Freude berichten, dass es im Labor voran geht. Weil ich in den ersten drei Wochen im Prinzip ni wirklich viel gemacht hab/ machen konnte, da ich nur a bissel eigearbeitet wurde, habe ich diesen Wechsel schon sehr ungeduldig erwartet. Hauptsächlich arbeite ich jetz mit Pablo zusammen, mit dessen Hilfe wir einige klinische Isolate von Burkholderia spec. für mich raus suchen und die zuallererst per Konjugation oder Elektroporation mit GFP versehen. Die Isolate kommen aus dem ausgehusteten Schleim von argentinischen Patienten, die an Keuchhuste oder Mucuviscidose in akuter oder chronischer Weise erkrankt sind. Wenn das dann geklappt hat, dass die Tierchen brav GFP produzieren, geht’s erst richtig los mit Biofilmwachstum und dessen nachfolgender Untersuchung von Aufbau und chemischer Zusammensetzung per Fluoreszenzmikroskop, CLSM (confocal-laser-scanning-microscop) und FTIR (fourier-transform-infrared-spectroscopy). Es wird also sehr spannend werden, sehr viel Neues sein und viel Zeit in Anspruch nehmen.
Da Pablo immer sehr viel zu tun hat und mich ni ständig „beaufsichtigen“ kann, lerne ich kleine Ding wie Miniprep, Biomasseproduktion im "column" oder die Konjugation mit Hilfe von Nati, Laura oder Claudia (die sind auch in der Arbeitsgruppe). Alejandra und Osvaldo, die „Köpfe“ der Gruppe, erklären mir hin und wieder generelle Grundlagen und komplexe Abläufe. Die kümmern sich echt mega lieb um mich und erklären auch viele Hintergründe zum Thema. Generell spreche ich hier nur noch mit einigen in Englisch, speziell wenns ums Erklären gewisser Abläufe zum ersten Mal geht. Da alle anderen aber wissen, dass ich Spanisch verstehe, wird da natürlich gnadenlos Spanisch gesprochen. Manchmal "confusing", aber dennoch die effektivste Lernmethode für mich. Wenn ich Medien oder Agarplatten brauche, muss ich Julio bescheid sagen und der spricht zum Beispiel nur Spanisch. Dann kommt es auch mal vor, dass ich die ersten Worte in Deutsch oder Englisch schon ni mehr auf Anhieb weiß. Die Folge davon ist dann "Spanglisch". Mir machts Spaß! Und natürlich kommt generelles Quatschen und Mate trinken im Laboralltag nicht zu kurz :-)

Yerba Mate, Mate aus Holz, Bombilla und heißes Wasser in der Thermuskanne. Mehr benötigt man für einen guten Mate nicht. Jetzt wird nur noch die ideale Zubereitung perfektioniert.
Letzte Woche gab es auch solche Vorkommen, dass öfter mal das Wasser weg war. Nati meinte auch, dass es im Sommer passiert, dass sogar der Strom weg ist. Da es hier keine Notstromaggregate gibt, werden dann die elektrischen Geräte ni mehr versorgt, was wiederum fatale Folgen beispielsweise für die kryokonservierten Proben bei -80°C hat. Wollen wir hoffen, dass ich das ni erleben muss.
Das Wetter ist zur Zeit jeden Tag anders. Von strahlendem Sonnenschein über starken Wind bis Regen is alles dabei. Macht sich natürlich mit Fahrrad und Laptop im Rucksack immer besonders schön, vor allem da ma nix vorhersehen kann.
Darf ich vorstellen... mein Pedalenmerzedes. Läuft super, ist straßentauglich, klappert a bissel aber bringt mich schnell überall hin.
Heute war ich bei dem schönen Wetter im Zoo. Der is ja klei gegenüber vom CINDEFI. Ich hab das erste Mal in meinem Leben ein Hippopotamus live und in Farbe gesehen. Ich fand das sehr beeindruckend. Ansonsten ham die dort von diversen Affenarten über Raubkatzen, Vögel und frei rumflitzenden Wasserratten (voll knuffig) bis hin zu typisch argentinischen Tieren aus dem Hochland, vieles vertreten. Der eine Elefant, den se da hatten, tat mir a bissel leid. Trotzdem war das Alles für nur 5 Pesos (0,83 €) ne tolle Sache.
Wer ni laufen will, dreht eben ne Runde mit dem Minizug durch den Zoo.
Fast 30°C und son mega Pelz aufm Buckel. Da hätt ich auch keinen Bock mich viel zu bewegen.
Auch ein idealer Platz zum Sonnenbaden für den kleinen Seehund.
Hippopoptamus...
...in seinem Pool.
Ich werde mich natürlich bemühen, bald wieder von mir hören zu lassen. Eure Katl